Geschichte | Buta Singh Ji Maharaj

Der Gründer der Sant Nirankari Mission wurde im Jahr 1873 im Dorf Headwal in der Provinz Kaimalpur (im heutigen Pakistan) als Sohn der Familie von Shri Vishan Singh Ji und Smt. Mayawanti Ji geboren. Seit seiner frühesten Kindheit war er ein spiritueller Schüler und entwickelte seitdem eine außergewöhnliche Auffassungsgabe für das Rezitieren der Gurbani (heilige Verse des Adi Granth).

Als ausgezeichneter Vortragender der Gurbani war er aber auch gleichermaßen ernst und gewissenhaft beim Hinterfragen und Verstehen derselben. Dieser Wesenszug half ihm, den Weg zur Erkenntnis und zur Wahrheit zu ebnen.

Es wird gesagt, dass er immer, wenn er die Gurbani rezitierte oder sang, so konzentriert war, dass er sogar sein körperliches Selbst vollkommen vergaß. Er war in seinen Ideen von so klarem Verstand und von so starkem Willen, dass niemand jemals seinen Standpunkten zu widersprechen vermochte.

Eines Tages, als er sang, wiederholte er die folgenden Zeilen viermal: „Mohan Ghar Aavo, Haun Karon Jodariya“ („Mein Gott, komm nach hause, ich flehe Dich an.“)

Diejenigen, die der Versammlung beiwohnten, genossen den emotionalen Vortrag. Einer von ihnen, Bhai Sahib Kahan Singh Ji, der Baba Buta Singh Ji ebenfalls gedankenverloren zuhörte, notierte die oben genannte Zeile. Nach der Versammlung konnte er der Versuchung nicht widerstehen, Baba Buta Singh Ji anzusprechen. Er fragte ihn höflich: „Bhai Buta Singh Ji, wo ist Dein Mohan (Gott), den Du zu treffen suchst?“ Dann fügte er schnell hinzu: „Du musst ihn zuerst kennen lernen, sonst wird es Dir nichts nützen, Ihn anzurufen.“

Diese Worte hatten einen entscheidenden Effekt auf Baba Buta Singh Ji. Er verstand sofort, dass dieser Mann ein spirituelles Geheimnis besaß und beschloss, ihm zu folgen, um zur Wahrheit zu gelangen. Bhai Sahib Kahan Singh Ji versuchte zwar, dies zu verhindern, doch letztlich musste er sich angesichts der tiefen Demut und des starken Bestrebens Baba Butas, sein Geheimnis zu erfahren, geschlagen geben. Gleichzeitig aber deutete er auch an, dass er dieses Geheimnis nicht mit jedermann teilen wolle.

Baba Buta Singh Ji bat: „Bitte enthaltet uns nichts vor. Die Welt ist so durstig, wie ich es bin.  Die Leute leiden und bedürfen nach Antworten auf ihre Fragen. Bitte stellt uns keine Bedingungen.“ Bhai Sahib Kahan Singh Ji erklärte, dass die Wahrheit von der Welt nie bereitwillig akzeptiert würde. Von Materialismus berauscht und von Stolz belastet, würden die Menschen einem Gläubigen nie zuhören und ihm auch niemals frei von Abneigung glauben.

Kritik, Opposition und Widerstand stünden einem Gläubigen entgegen. Persönliche Interessen würden immer Hürden auf dem Pfad der Wahrheit schaffen. Er schätzte die Schärfe in Baba Buta Singh Ji und enthüllte das Geheimnis mit einem praktischen Hinweis schließlich doch. Zu seiner äußersten Freude fand sich Baba Buta Singh Ji vom allgegenwärtigen Gott umgeben. „Mohan“ kam heim!

Zur Zeit, als er das Brahm Gyan (oder das „Wissen um Gott“) erhielt, war Baba Buta Singh Ji 40 Jahre alt. Etwa 15 Jahre lang setzte er ruhig und still um, was er von Bhai Sahib Kahan Singh Ji gelernt hatte, und er verglich es mit der gewaltigen Macht durch die Kenntnis der Gurbani. Danach begann Baba Buta Singh Ji zu folgern, dass das göttliche Geheimnis von jedem wirklich Interessierten gefunden werden könnte. Er ging mit diesem Gedanken natürlich äußerst vorsichtig um.

Baba Buta Singh Ji und seine geschätzte Ehefrau hatten ein einfaches Leben gehabt, das nicht viel von ihnen forderte, denn sie hatten keine Kinder. Die Zukunft war daher nie ein Grund zur Sorge für das Paar gewesen. Als ein sehr standhafter Gläubiger dachte Baba Buta Singh Ji nicht gerne an weltliche Erfordernisse, an das, was für die Gegenwart notwendig war. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, verließ er sich auf seine Fertigkeit zu tätowieren. Sie ermöglichte es ihm, die kleine Familie nicht nur zu ernähren, sondern auch seine Gäste, hauptsächlich gottesfürchtige Leute, zu bewirten.

Baba Buta Singh Ji verbrachte die meiste Zeit damit, spirituelle Fragen mit Freunden und anderen Bekannten zu erörtern. Es machte ihm nichts aus, wenn er sie dazu auch besuchen musste. Jene, die ihn trafen, konnten bezeugen, dass er hart arbeitete und manchmal Mühe hatte, die Leute davon zu überzeugen, dass das, was er suchte, tatsächlich die Wahrheit war. Es wird überliefert, dass er einmal sogar flüchten musste, als jemand versuchte, ihn mit Gift umzubringen. Baba Buta Singh Ji war jedoch immer ein freundlicher Mensch und verzieh sowohl seinen Gegnern wie auch seinen Kritikern.
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